News:Nachhaltige Einsparungen

Martina Magnet

von Martina Magnet

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Ökologische Rohstoffe, wie Schafwolle, Hanf oder Kork, werden heutzutage immer öfter als Baustoffe eingesetzt. Dadurch werden Kosten gespart, CO2 reduziert und die Wohngesundheit gesteigert. Durch die Verwendung von Schafwolle verbessert sich sogar die Luft, da in seinen Keratin-Fasern Schadstoffe wie Formaldehyd gebunden werden. Vorreiter ist der von STRABAG Real Estate realisierte Wohnturm Taborama, bei der Schafwolle als Innendämmung für ein besonders gutes Wohnklima sorgt.

Diese natürlichen Stoffe sind üblicherweise Abfälle oder Nebenprodukte, die bei Forst- und Landwirtschaft anfallen und nicht als Futtermittel oder Nutzmaterial zur Verwendung kommen können. Bei der Verarbeitung zu Dämmstoffen werden hier weniger chemische Zutaten benötigt als bei künstlich hergestellten Produkten. Ebenso muss eine geringere Menge an Energie für aufwändige und komplizierte Umwandlungsprozesse angewendet werden. Zusätzlich sind die Stoffe meist regional, wodurch lange Lieferstrecken wegfallen.

Öko-Dämmungen können sowohl in Neubauten als auch bei Sanierungen verbaut werden. Bei der Instandsetzung von toxisch belasteten Bauwerken können natürliche Stoffe sogar von zusätzlichem Nutzen sein.

Welche natürlichen Materialien stehen zur Auswahl?

Je nach gewünschten Eigenschaften kommen unterschiedliche Dämmstoffe zum Einsatz.

Flachs: Die Herstellung der Dämmungen aus Flachs funktioniert ähnlich wie bei Filz, es werden Fasern aus der Pflanze gelöst und anschließend mithilfe von Klebern mechanisch verfilzt. Durch die natürlichen Bitterstoffe sind die Fasern resistent gegen Schädlinge. Die Form der Dämmmatte ist beständig und überzeugt durch ihre Diffusionsoffenheit.

Hanf: Die Herstellung von Hanfdämmung gleicht der vom Flachs und hält ebenso gut Ungeziefer fern. Das atmungsaktive und schimmelresistente Gewebe speichert effizient Wärme. Weiters dämmt es wirkungsvoll gegen Schall.

Stroh: Aus einem ökologischen Abfallprodukt bei der Getreideernte einen vielseitigen Dämmstoff zu machen, hat viele Vorteile gegenüber der Umwelt und Nachhaltigkeit. Bei der Verarbeitung ist besonders auf einen geringen Feuchtigkeitsgehalt und eine hohe wie gleichmäßige Dichte des Materials zu achten. Stroh wirkt nicht nur isolierend, sondern hilft auch bei der Lastabtragung. Es wird vorwiegend für den Innenbereich genutzt.

Holzfaser: Holzreste von Sägewerken werden wiederverwertet und zu Holzfaserplatten verarbeitet. Dazu werden winzige Holzfasern aus zerkleinerten Schnittabfällen gelöst und die holzeigenen Naturharze wirken als natürliches Bindemittel. Die hölzerne Isolationsschicht hat eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und schützt hervorragend gegen die Außentemperaturen.

Jute: Das nachhaltige Material wird aus recycelten Kakao- und Kaffeebohnensäcken hergestellt und ist resistent gegen Insekten und Schimmelpilze. Weiters zeichnet Jute eine hohe Wärmespeicherkapazität und eine gute CO2-Bilanz aus. Dieses Dämmmittel findet vorwiegend im Holzbau Gebrauch.

Zellulose: Die im Altpapier vorhandene Zellulose findet als Dämmmaterial eine neue Funktion. Das Papier wird dafür zerkleinert, in winzige Fasern zerteilt und mit einem Flammschutzpulver vermischt. Rindenharz dient als zusätzlicher Schutz gegen Schimmel. Die weitere Aufbereitung ist abhängig von der Form, welche die Dämmung annehmen soll. Der geringe Energieeinsatz sorgt für eine nachhaltige Verarbeitung.

Kork: Die Rinde der Korkeiche lässt sich vom Baum schälen und in großen Mühlen zu Granulat verarbeiten. Unter Verwendung von Wasserdampf wird der Kork „gedünstet“, woraufhin er sich um 20 bis 30 % ausdehnt. Eine Presse wandelt die aufgequollenen Teilchen dann in Platten um. Das baumeigene Harz wirkt als Bindemittel. Korkschrot kann als Füllmaterial zur Wärmedämmung als auch als Trittschalldämmung im Fußboden verwendet werden.

Erstmalig: Ein Hochhaus mit Schafwolldämmung

Als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit ist es STRABAG Real Estate zum ersten Mal gelungen, ein Hochhaus ausschließlich mit Schafwolle als Innendämmung auszustatten. Der Wohnturm Taborama, wo das Konzept von Schafwolle als ökologische Innendämmung auf 29.000 m² im gesamten Hochhaus realisiert wurde, steht im Wiener Nordbahnhofviertel und wurde zu einem ökologischen Vorzeigewohnturm.

Der natürliche Dämmstoff ist herkömmlichen Dämmmaterialien ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Durch seinen Eiweiß-Grundbaustein Keratin ist das Material fähig, Giftstoffe wie Formaldehyd aufzunehmen und zu neutralisieren und trägt somit zur Gesundheit der Bewohner:innen bei.

Hervorragende Wolleigenschaften überzeugen

Zusätzlich kann das Naturprodukt bis zu 33% seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Allein durch den Einsatz dieses ökologischen Dämmmaterials konnte bei diesem Projekt 47.000 kg CO2 im Vergleich zur herkömmlichen Mineralwolle eingespart werden. Die verarbeitete Schafwolle steht für Qualität und Sicherheit, ist vielfach geprüft und mit dem internationalen Natureplus® Qualitätssiegel ausgezeichnet.

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