News:New Work: Kuratiertes Meeting und Conferencing

Annette Gauger

von Annette Gauger

New Work: Kuratierte Meeting und Conferencing Angebote können die Attraktivität und effiziente Nutzung von Büroflächen steigern.

Wer diese Angebote nutzt, welche Trends die Nutzung des Büros heute schon bestimmen und in Zukunft definieren werden: Darüber spricht unser STRABAG Real Estate Geschäftsführer Rainer Maria Schäfer mit Dr. Dirk Reiner, Gründer & CEO der Memox Innovations AG

Foto: Rainer M. Schäfer, Unternehmensbereichsleiter STRABAG Real Estate GmbH (links) Dr. Dirk Reiner CEO, Memox Innovations AG (rechts)

Rainer Schäfer: Herr Reiner, zum Einstieg das Stichwort Fachkräftemangel! Wie erleben Sie das und welche Ideen/Konzepte haben Sie zur Akquise junger Nachwuchskräfte und neuen Fachpersonals?

Das erleben wir auch! Ein Patenrezept haben wir bisher nicht. Wir erleben nicht nur im Management-Bereich sondern auch bei Themen wie Architektur, Prozessentwicklung, Innovation und Marketing & Vertrieb den War for Talents – somit eigentlich in allen Bereichen. Ich kann nur sagen: Wir müssen Mitarbeiter:innen begeistern! Attraktive Rahmenbedingungen, wie flexible Arbeitszeiten und entsprechende Vergütungs-Modelle sind heute schon Hygienefaktor. Ein attraktives Arbeitsumfeld, Interaktion mit Kollegen, die Spaß macht und eine gemeinsame Vision machen Lust auf die Arbeit. Hier sehen wir unsere Stärken.

Rainer Schäfer: Da möchte ich einhaken: Mit dem Anspruch an neue Arbeitswelten/New Work/Coworking und verändertes Büronutzungsverhalten - da sind Sie mit ihrem Produkt doch genau richtig aufgestellt, oder?

Coworking ist nicht unser Thema, auch wenn wir Partnerschaften mit Coworkingspaces haben, für die wir uns um das Thema Meeting & Conferencing kümmern. Was wir gemerkt haben, ist, dass die Mitarbeiter Homeoffice wollen, weil sie dort in Ruhe effizient arbeiten können und sich auch einfach die Zeit für den Arbeitsweg sparen. Wenn sie ins Büro kommen, erwarten Sie Begegnung und ein inspirierendes Umfeld. Da haben wir als Anbieter für Meeting- & Conferencing-Flächen natürlich viele attraktive Möglichkeiten. Die Nachfrage wächst jedoch so stark, dass unsere Flächen fast immer durch Gäste belegt sind. Aber so soll es ja sein. Somit planen wir, wann wer im Home-Office ist und wann wir flexibel aber gezielt unsere Collaboration Spaces nutzen, um zusammen und nicht nur nebeneinander zu arbeiten. Wenn unsere eigenen Mitarbeiter:innen das Home Office verlassen, wollen sie Meetings und Workshops, um zusammen produktiv zu sein.

Rainer Schäfer: Grenzen Sie bitte Ihr Angebot mal zum Coworking ab?

Das müssen Sie sich so vorstellen: Bei uns gibt es keine Büros und Arbeitsplätze zum Emails schreiben und To-dos abarbeiten. Keine Firma hat bei uns einen Briefkasten oder ein Büro. Wir hosten Meetings, Workshops, Schulungen und Events. In der heutigen Zeit können dies klassische Sitzung oder Bewerbungsgespräche sein, aber auch zahlreiche agile Formate wie Design Thinking und Scrum bis hin zu hybriden Veranstaltungen mit digital zugeschalteten Teilnehmern oder auch Referenten. Neben einem Raum, der jeweils den individuellen Bedürfnissen angepasst wird, umfasst die „memox Standard Experience“ leckeres Essen und Snacks, modernste Technik und die Möglichkeit zur Nutzung von Team Buildings Activities.

Rainer Schäfer: Das können Sie besser als die Coworkingspace-Anbieter selbst?

Ja, das hoffe ich doch und das ist ja auch angebracht, da wir nichts anderes machen. Das Thema der Coworkingspaces ist der flexible Arbeitsplatz, das machen wir wiederum nicht. Viele Coworking Anbieter beschäftigen sich natürlich damit wie sie als Ergänzung zum Thema Arbeitsplatz ihren Members auch Meeting & Conferencing Angebote zur Verfügung stellen können. Mit verschiedenen Coworkern laufen bereits Gespräche, da sie uns gefragt haben, ob wir da nicht für Sie übernehmen können – und das machen wir natürlich gerne. Sei es, dass man im gleichen Gebäude oder direkter Nachbarschaft ist, oder auch in Form unseres Franchising Angebotes, welches Coworker dann selbst betreiben können, jedoch unser Konzept sowie Unterstützung in der Vermarktung erhalten.

Wichtig ist an dem Punkt, dass erfolgreiches Hosting von Meeting & Conferencing kein reines Raumangebot ist. Der Raum ist nur ein Element – genauso wichtig sind Catering, Bereitstellung von Technik und Unterstützung bei der Nutzung, Team Building und Socializing Angebote. Wir bieten ebenso Unterstützung bei Vermittlung von Moderatoren, Speakern und der Gestaltung individueller Schulungsangebote.

Rainer Schäfer: Der etablierte Mieter in einer Single Tennant Umgebung müsste Sie doch auch in sein Angebot integrieren, richtig?

Das ist absolut richtig. In einer Single Tenant Immobilie ist unser Auftraggeber der Mieter, das Unternehmens selbst – wir bieten zwar an Überkapazitäten auch am Markt zu platzieren, aber bspw. würden wir in diesem Fall die Flächen natürlich im Corporate Design gestalten.

Rainer Schäfer: Was bedeutet das? Wer sind ihre Geschäftspartner?

Im Gegensatz zur Single-Tenant-Immobilie ist bei einer Multi Tenant Struktur unser Partner der Entwickler oder Landlord. Gemeinsam schaffen wir ein „Shared Meeting & Conferencing“ Angebot für die Mieter. Wohingegen unternehmenseigene Meetingflächen im Jahresdurchschnitt meist unter 5% genutzt sind, liegen unsere Flächen im Bereich 50%. Dies hat einen enormen Effekt aus ESG-Perspektive, ökonomische Vorteile für Mieter und Vermieter sowie eine Verbesserung der Flächenflexibilität für Mieter. Ein Coworker stellt meist eine Ergänzung oder Alternative zur klassischen Vermietung dar, memox ist ein Enabler der klassischen Vermietung, der die Attraktivität der Immobilie und die Mieterbindung erhöht.

Auf der anderen Seite gibt es die Nutzer, die in den meisten Fällen nicht auf die Mieter reduziert sind. Wir sind sehr dankbar, dass bereits alle großen Beratungsunternehmen, der komplette DAX und zahlreiche Schulungsanbieter bereits regelmäßig zu unseren Gästen gehören und auf unser Hosting vertrauen.

Was oft vergessen wir sind die die ganzen ausgewählten Partner hinter unserer Serviceplattform, wie z.B. Cateringanbieter oder Moderatoren.

Rainer Schäfer: Welche Referenzen haben Sie? Mit welchen Partner:innen arbeiten Sie zusammen?

Wir haben unsere Reise in Zürich begonnen und in Frankfurt fortgesetzt. Zu Gästen gehören in diesen Regionen natürlich zahlreiche Banken und Versicherungen aber auch innovative Beratungshäuser wie Ernst Young und PWC. In Basel sind es mehr Pharma und Life Sciences Unternehmen wir zum Beispiel die Roche. Software & IT sowie Schulungsanbieter sehen wir an allen Standorten.

Auf der Seite der Landlords haben wir beispielsweise Flächen im Marienturm Frankfurt, der heute der DWS gehört. In der Schweiz findet man uns beispielsweise in Gebäuden der Credit Suisse und Swiss Prime Site.

Rainer Schäfer: Was beinhaltet ihr Konzept konkret? Könnten Sie eine ihrer Flächen mal genauer beschreiben?

Gegenüber dem Landlord haben wir ein Full-Service Angebot, d.h. Planung, Ausbau auf Wunsch, Ausstattung und Betrieb sowie Vermarktung aus einer Hand.

Die Flächen selbst bestehen aus flexiblen Meeting- & Conferencing-Räumen in verschiedenen Grössen, die dann in Bezug auf Layout, Möblierung und Ausstattung dem jeweiligen Format und Nutzer angepasst werden. Aber sehen sie selbst - 3D Rundgang memox Marienturm

Rainer Schäfer: Wie geht’s denn weiter in der Zukunft? Was sind ihre Pläne?

Der Bedarf nach unseren Leistungen hat sich durch Corona sehr beschleunigt – sowohl von Seite der Unternehmen, die die Flächen nutzen aber auch von Seite der Vermieter, die Angebote dieser Art benötigen. Aktuell beobachten wir, dass viele Unternehmen sich langfristig Kapazitäten in unseren Flächen sichern wollen. Wir erwarten eine Expansion in alle größeren Städte der DACH-Region innerhalb der nächsten Jahre. In Regionen, in denen wir bereits vertreten sind, werden weitere Standorte folgen.

Rainer Maria Schäfer: Wir als SRE entwickeln effiziente hochmoderne Büroflächen. Das Thema Dienstleistung in diesen Gebäuden stellt sich heute mehr denn je. In Verbindung mit Coworking Flächen. Da die Nutzung immer dynamischer wird. Der Bedarf ist heute weg vom Zellenbüro hin zu mehr gesteuerter Begegnung im Büro gepaart mit hoher Kommunikationsqualität.

Wir haben kürzlich in Stuttgart am Albstadtweg 10 ein hochmodernes Bürogebäude übergeben, das ursprünglich aus 5 Regelgeschossen mit Einzel- und Doppelbüros war. Daraus sind letztendlich 4 Regelgeschosse entstanden, die in flexibler Nutzung derselben Anzahl von Kolleg:innen Arbeitsplätze bieten. Das 3. Geschoss ist komplett zu einer „Begegnungsetage“ geworden. Mit Auditorium, Cafebars, TV-Studio, Ruheraum und dem obligatorischen Kicker.

Rainer Schäfer: Welche Trends sehen Sie, Herr Reiner?

Wir sehen einen großen Unterschied in der Lage, ob innerstädtisch, Peripherie oder Gewerbegebiet. In der peripheren Bürolage muss man sich um das Komplettpaket kümmern. Ich glaube der Servicebedarf wird insgesamt immer höher, komplexer! Einfach ein Büro hinstellen, reicht nicht mehr. Es braucht Experten! Die Strukturen aufsetzen und betreiben.

In der Multi-Tennant Nutzung: Die Coworker haben mehr Nutzung von außen als aus den eigenen Mieter:innen selbst heraus. Wir sind dabei keine Alternative zur klassischen Bürofläche, sondern Enabler. Ich kann mit weniger eigener Bürofläche hinkommen, weil ich das Thema Meeting & Conferencing extern angeboten bekomme. Aber eigene Büros möchte ich doch noch haben.

Hinzu kommen immer mehr Anfragen zu den Erdgeschossflächen. Dort werden die Flächen gemeinsam genutzt und wir können neben dem Meeting & Conferencing eine Lobby in Begegnungszone für Mieter transformieren.

Rainer Maria Schäfer: Ich sehe einen Trend in einem veränderten städtebaulichen Ansatz: Das Erdgeschoss braucht Publikumswirksamkeit und das Geld muss im Regelgeschoss verdient werden. Der Einzelhandel schwächelt und aus diesem Problem müssen wir eine Tugend machen. Statt ein autistisches Bürogebäude zu schaffen, soll sich durch das Gebäude durch das Erdgeschoss öffnen. So entsteht Raum für publikumswirksame alternative Frequenzbringer wie Kitas, Stadteileinrichtungen, Kultur usw. Der Kreativität sind dabei alle Türen geöffnet.

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